Trivandrum 6:45 – die Türklingel hat einen Knall (dachten wir). Die Autos draußen hatten noch gar nicht angefangen zu hupen, aber dafür macht es unsere Tür. Wir kriechen aus unseren Betten und vor der Tür steht eine indische Frau, die wir bisher nicht gesehen hatten, und sagt paar Wörter auf Englisch: leave, hotel close at 7. Wirklich, um 6:45??? Also unser Plan vom ausschlafen (bis 7), in Ruhe packen, frühstücken und weiterfahren ist geplatzt. Um 7:03 standen wir auf der Straße der noch verschlafenen Stadt (so wie wir). So wie am Abend davor festgelegt, gahren wir mit einer Riksha ins Indian Coffee House frühstücken und sind beeindruckt von der interesanten inneren Architektur des Gebäudes sowie von den Anzügen und Turbane der Kellner (übrigens gibt es hier keine Kellnerinnen). Dort erholen wir uns etwas von dem prompten Aufbruch. Anschließend suchen und finden wir unseren Bus nach Alleppey. Für jeweils 5 Rs kriegen wir Plätze in der ersten Reihe. Nach dreieinhalb Stunden nervenaufreibender und hoppeliger Fahrt kommen wir dort dank unseres frühen Aufbruchs mittags an. Am Bahnhof treffen wir Antony, der erzählt, dass sein Guesthouse neu ist und deswegen nicht im Reiseführer steht. Deswegen „fängt“ er die Leute am Bahnhof ab. Wir trauen ihm einigermaßen, seine Beschreibung hört sich gut an und wir gehen mit ihm 5 Minuten weit zum „Paradise Inn“ in einer wunderschönen residential area. Unser einfaches Zimmer im ersten Stock mit Ausgang auf einen großen Balkon gefällt uns sehr gut sowie die Tatsache, dass es Wlan gibt und wir endlich wieder Blogeinträge hochladen können (diese schreiben wir meistens offline auf unseren Reisen). Nach einem kurzen Aufenthalt machen wir uns gleich wieder mit dem Bus auf den Weg zum Marari Beach. Kaum Menschen, Strand so weit man sehen kann und Palmen. Wir baden das erste Mal im Meer, das fast schon Badewassertemperatur hat! Leider will die Sonne auch heute nicht mitspielen. Hoffen wir, dass es sich noch bessern wird.
Abend feiern wir zusammen mit unzähligen Hindus und Christen das Stadtfest. Eine Kerzenkette auf unsere Straße verbindet den hinduistischen Tempel an einem Ende und die christliche Kirche am anderen Ende. Später planen wir auf der Dachterasse (die auch Ventilatoren hat) unseres Gästehauses den nächsten Tag: Weihnachten. Wir entscheiden uns für eine Tour durch die Backwaters (mit frischen Früchten als Snack und Lunch bei der Familie unseres Captains) und wollen abends noch außergewöhnlich schön essen gehn. Kurz vorm Schlafengehn lernen wir unser Haustier kennen: Dixi, die Eidechse. Also heißt es ab jetzt ein Zimmer für drei
Guten Morgen, es ist Weihnachten! Schon nach wenigen Minuten auf dem (Öko-)Boot mit Sonnendach merken wir, dass wir uns richtig entschieden haben! Es geht um 9 Uhr morgens los und schon nach wenigen Minuten paddelt unser Captain in kleine Kanäle, weg von den Massen schöner Bambus-Hausbooten. Davon waren nicht nur sehr viele unterwegs, durch ihre Motoren waren sie auch laut und verpesten die Luft.
In den kleineren Kanälen jedoch war es wunderbar: lauter kleine bunte Hütten und Häuser der Fischer und Bauern am Rand, dahinter Reisfelder und neben den Kanälen kleine Trampelpfade. An einem kleinen Stand frühstücken wir, werden von den anderen indischen Touristen angesprochen und spielen mit einem Falken.
Dann ging es weiter, immer tiefer in die Backwaters hinein. Wir gleiten gemütlich dahin und genießen die großartige Landschaft. Irgendwann halten wir bei Anils Haus an und bekommen Mittagessen von seiner Frau Jetty serviert. Wir dürfen uns auch in ihrem Gästebuch verewigen. Beim durchblättern merken wir, dass die ganze Welt bei ihnen zu Gast ist. Bis um 16 Uhr sind wir noch auf dem Boot. Später gehen wir im Alleppey Prince Hotel essen und sitzen draußen am Pool. Es gibt Seafood und endlich mal einen Gin Tonic zum Essen. Wir lassen es uns gutgehen!