Ernakulam und Fort Kochi

Ernakulam und Fort Kochi

Unser Aufenthalt in Ernakulam und Cochin war bisher der kürzeste, den wir an einem Ort gehabt haben. Geplant als Durchgang auf dem Weg nach Goa, haben wir ein günstig gelegenes Hotel in der Stadt unweit vom Bahnhof und der Anlegestelle für die Fähre nach Fort Cochin genommen. Der Ort ist auch der Einzige, den wir bisher besucht haben, der keinen naheliegenden Strand hat. Deshalb entscheiden wir uns, die Festung Cochin zu besichtigen und gehen nach Ablegen der Rucksäcke zur Fähranlegestelle. Eine mindesten 6 Meter lange Männerschlange am Ticketschalter sollte uns fast abschrecken, als wir plötzlich die getrennten Schalter für Frauen und Männer entdecken – hoch lebe die Chancenungleichheit! :) Neben der Frauenschlange, in welcher vielleicht knapp 10 Frauen standen, streckten einige junge Männer Geld vor, mit der Bitte ihnen auch Karten zu kaufen, was die herzlichen Frauen auch gerne machen.

Auf der Festung angekommen weht ein fast rein touristischer Wind. Die Inder sind nur einige bunten Punkte unter den vielen Weißen. Bereits bei Ankunft stoßen wir auf einen Buchladen, der vor den Eingang ganz viele Postkarten aufgestellt hatte. „Ganz normal“, würde jeder jetzt sagen, jedoch nicht in Indien. Wir richten uns nach unserer Karte und entdecken langsam den kleinen Ort auf dem niedrigen Hügel. Bezaubernd ist er! Die portugiesische Architektur der Häuser verleiht dem Ort einen besonderen Flair, unvergleichbar jedem anderen Ort in Indien. Die Straßennamen an den Enden der Straßen und die Verkehrsschilder zerstören jedes Bild, das wir uns bisher von Indien gemacht haben. Zum Glück bleiben uns das dauernde Hupen der vielen Rikschen und Motorräder nicht erspart und bringen uns wieder mit den Füßen auf indischen Boden.

Nach kurzer Zeit kommen wir zu den chinesischen Fischernetzen, eine weitere Attraktion der Festung. Am Ufer werden diese tagsüber hochgestellt, bereit um jeden Morgen damit Fische zu fangen. Weiter auf unserer Entdeckungsreise finden wir der niederländischen Friedhof und unmittelbar daneben einen kleinen Strand, wo wir kurz vor 18 Uhr, wie sehr viele andere Menschen, einen beeindruckenden Sonnenuntergang genießen.

Auf dem Weg zurück nach Ernakulam in unser Hotel sind wir die Ersten in der Frauenschlange, wie schön! Die Männerschlange ist nur 2 Meter lang. Wie schön wäre es auch, wenn wir auch gleich Fahrkarten bekämen. Aber dann würden die drei Verkäufer (einer reißt die Karten, der andere nimmt das Geld und der Dritte stempelt die Karten) keine Zeit zum Teetrinken haben. Wird wohl alles seinen Sinn haben :)

Zum ersten Mal hängen wir unser Mosquito-Netz übers Bett – Gute Nacht ohne Nobite!

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