Nach einem gescheiterten Versuch vorgestern, haben wir heute früh, wie durch ein Wunder, Zugtickets nach Goa kaufen können. Kurz nach 7 kommen wir am Bahnhof in Ernakulam an und sind schon verwundert über die Menschenmassen, die sich schon in Schlangen gereiht haben, um ihre Tickets zu reservieren. Auf einer “Reservationform” füllen wir Informationen zu unserer Wunschverbindung aus und warten, dass um 8 endlich die Schalter öffnen. Für den gewünschten Zug heute um 18:00 Uhr sind keine Plätze mehr frei (die Züge sind in dieser Zeit sehr stark überfüllt), also wird uns im Beratungsbüro eine andere Verbindung rausgesucht, die bereits um 13:10 Uhr abfährt. Da bekommen wir auch Plätze im Schlafwagen und haben dann noch einige Stunden Zeit, um die Morgensonne am Wasser zu genießen.
Um 13:00 ist es soweit, wir finden unsere Namen auf einer Liste, die an jedem Wagen des Zuges klebt und gehen rein. Carmen erkennt sofort den Stil des Transsibirischen Zuges. Ein Abteilnachbar sitzt schon da und der Andere kommt auch kurz danach rein (scheinbar wird hier nicht nach Männern und Frauen getrennt). Wir fahren los und nach wenigen Minuten fangen die Zugverkäufer ihre Touren durch den Zug mit Kaffee, Tee, Getränke und Snacks an. Unsere Nachbarn, ein Hotelier und ein Anwalt, sind sehr nett und erzählen uns ganz viel von Indien, insbesondere über Kerala, wo sie beide zur Zeit wohnen. Gleichzeitig sind sie an Deutschland, insbesondere an deutschen Autos und Bier interessiert. Gegen 18 Uhr kommt ein Mann durch den Zug, der die Bestellungen fürs Abendessen aufnimmt. Wir bestellen Chicken-something und sind nach ungefähr 2 Stunden über die Lieferung sehr überrascht. Wir bekommen KFC indischer Art, ein sehr leckeres gebratenes Hähnchenschenkel, ein Stück Hähnchenbrust, dazu irgendeine scharfe Soße (Vera freut sich und warnt Carmen) und 4 kleine chapatas. Unser Anwalt-Nachbar meint, das sei nicht was wir bestellt hätten, darauf antwortet der Zugwirt, dass unsere Bestellung sehr scharf gewesen wäre und er öfters die Erfahrung gemacht hat, dass es Ausländer nicht gegessen haben, also hat er entschieden uns das Chicken Fry zu bringen (Carmen ist froh darüber). Noch ein Chai dazu (spendiert vom Hotelier) und unser Abendessen ist gegessen. Nun schlafen, weil um 2:45 unser Wecker klingeln wird, und wir dann in Mangao aussteigen müssen. Darauf freuen wir uns sehr!
Wir verabschieden uns also von Kerala, wo wir die letzen 6 Tage verbracht haben und lernen von unseren Mitreisenden: “Kashmir is paradise on Earth! Goa is paradise on Sea! Kerala is God’s own country!”
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