Nach einer langen Fahrt vom Mumbai International Airport, wo uns die Kasselanerin Hanna und ihr Bekannter Saqib erwarteten, erreichen wir unser erstes Ziel in Mumbai, Hannas Wohnung in Chembur. Ein kurzer Erfrischungsschlaf und los geht‘s am Mittag auf den Markt in der Nähe. Die Riksha-Fahrt bis dahin und die ersten Kontakte mit den großen Menschenmengen bezeichnet Hanna als der beste Einstieg in Indien. So viele Farben und Gerüche gibt es in der Kasseler Markthalle auf keinen Fall, aber die Masse an Menschen, Autos, Rikshas, Motorräder und das dauernde Hupen sind schon gewöhnungsbedürftig. Dafür dürfen wir gleich einen von Hanna empfohlenen frischgepressten Saft auf dem Markt trinken. Zu lange halten wir uns da nicht auf, weil uns noch eine einstündige Taxifahrt ins Hotel erwartet, das Einzige, das wir bereits von Deutschland aus für die ersten 3 Nächte gebucht hatten.
Das Carlton Hotel in Colaba, Mumbai-Süd, liegt im „Trümmerschatten“ des berühmten Taj Mahal Palace Hotel, unweit vom Gateway of India, dem Colaba Causeway, dem Colaba Market, vielen netten Restaurants und Cafe’s, Hotels und einer kleinen Anlegestelle für die Schiffe, die zur Elefanta-Insel fahren.
Im Hotel dürfen wir gleich die indische Gastfreundschaft erleben. Von unserem Zimmer sind wir sehr positiv überrsascht: ein kleines, aber sehr schickes und neu renoviertes Bad, Kühlschrank und AC. Wir bekommen Tee und Bier, wenn wir wollen und können Geld wechseln. Am Abend bucht der Hotelier uns einen Flug nach Trivandrum. Die nächste Etappe ab Dienstag steht also fest: es geht an die Südspitze Indiens, nach Kerala. Wir fliegen über Bangalore, werden uns dort die Nacht am Flughafen um die Ohren schlagen und sind dann morgens endlich am Arabischen Meer, sehen die Palmen und spüren den Sand unter unseren Füßen…
Doch zurück nach Mumbai, wo wir uns gerade auf unserem Balkon aufhalten. Am Samstag gehen wir als erstes zum Gateway of India und bewundern dort vor allem die prächtigen und bunt geschmückten Kutschen. Auch, dass wir die „Weißen“ sind und sehr auffallen, spüren wir hier das erste Mal deutlich. Die wollen uns doch tatsächlich anfassen und fotografieren! Bei der Suche nach einem Restaurant (die Tipps aus dem Reiseführer sind wirklich super) machen wir uns gleichzeitig etwas mit „unserem“ Viertel vertraut. Im Kamat, einem vegetarischen Restaurant, das süd- und nordindische Küche hat, essen wir Dhosa, Idly und Samosas. Sehr lecker, und auch Carmen tastet sich langsam an die Spicyheit ran
Einen Sundowner zum Ausklang des ersten Abends nehmen wir im Indigo. Bei etwa 25 Grad (oder auch etwas mehr) einen Cocktail im Freien unter einem mit Leuchtsternen geschmückten Baum ist schon sehr entspannend. Nichtmal die neugierigen Mäuschen bringen uns aus der Ruhe
Nachdem wir dann mit unserem Hotelchef die Weiterreise organisiert haben, sind wir um 18:30 Uhr (dt. Zeit) auch bereit fürs Bett.
Gefühlt viel zu früh (4:00 dt. Zeit oder 8:30 id. Zeit) machen wir uns am nächsten Morgen auf die noch verschlafenen indischen Straßen. Gefrühstückt haben wir im weihnachtlich geschmückten Cafe Mondegar direkt am Colaba Causeways. Es gab Obst für die „healthy freaks“ und Toast. Vera war etwas genervt, weil ihre beiden Bankkarten (noch) nicht funktionieren. Aber es besteht noch Hoffnung!
Um 11 Uhr treffen wir Hanna. Eigentlich wollen wir zur Elephanta-Insel. Aber das Militär hat gerade ein Training, deswegen fahren keine Boote (als wir gestern gefragt haben, hieß es natürlich, dass Boote fahren). Wir entschließen uns dann, eine Stadtrundfahrt zu den wichtigsten sightseeing points zu machen. Schließlich hat Hanna in den 6 Wochen, seit sie in Mumbai ist, auch kaum etwas gesehen außer ihrem Viertel Chembur. Also geht es mit einem Taxi hinauf zu den Hanging Gardens, dem Kemala Nehru Park und den Towers of Silence. Dann wollen wir eigentlich zum Haus von Mahatma Ghandi laufen (Mani Bahwan), geben aber irgendwann auf und fahren wieder mit einem Taxi. Damit kommen wir zum berühmten Ghandi-Haus in einer für indische Verhältnisse ruhigen Straße, sehen das Wäschereiviertel Dhoby Ghat, fahren an der Mumbai Central Station vorbei, schauen uns kurz die Universität von außen an (durften leider nicht rein, nicht mal als Hochschulforscherinnen) und bewundern zum Schluss das UNESCO-Weltkulturerbe Victoria Terminus (Bahnhof) und das Rathaus.
Beim Essen verlassen wir uns wieder auf einen Tipp aus Veras tollen Reiseführer und werden nicht enttäuscht. Wir gehen ins Kailash Parbat. Es gibt dort vegetarische Sindhi-Küche (Sindhis sind die aus Pakistan eingewanderte Händerkaste) und wir probieren endlich mal original indischen Mango Lassi.
Damit wir die unglaubliche Riksha-Fahrt ins Netz stellen können, setzen wir uns zwei Stunden in ein total überkühltes Cafe (das Einzige mit Internetzugang in der Nähe) und frieren, feuen uns aber dadurch um so mehr auf die Hitze draußen.
Indien, Tag 1 und Tag 2 – check! Wir freuen uns auf die kommenden 19.
Photos auf: www.flickr.com/photos/tamoeta/
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